Lions @ Metro Stars

Jetzt kommentieren

Für die Frankfurt Lions stand gestern Abend das Auswärtsspiel bei den DEG Metro Stars auf dem Programm. Gegen 16:30 Uhr machte ich mich von Köln aus auf nach Düsseldorf. Für mich war die “Auswärtsfahrt” zu den Metro Stars einer Premiere, da ich weder in der Brehmstraße noch im ISS DOME gewesen bin. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt mit dem Regionalexpress war ich auch schon am Düsseldorfer Hauptbahnhof, von wo aus ich mit der S-Bahn bis nach Düsseldorf-Rath gefahren bin. Dort musste ich dann noch in einen Pendelbuss umsteigen, der mich schließlich zum ISS DOME brachte. Das Ticket war schnell gekauft, denn lange Schlangen vor den Schaltern gab es nicht. Gerade mal 3.816 Zuschauer haben den Weg in den DOME gefunden, der 13.400 Zuschauern Platz bietet. Zunächst bin ich ein bisschen durch das Stadion geschlendert, ehe ich mich zum Gästeblock begeben habe. Der Gästeblock in Düsseldorf liegt in der Ecke zwischen der Stehgerade und dem DEG-Block hinter dem Gästetor. Viele Lions-Fans waren noch nicht da, als ich den Block betrat. Ich war der Einzige. Aber später kamen noch ein paar weitere Frankfurter. Insgesamt waren wir vielleicht 30 Hessen.

ISS DOME Düsseldorf

Während die beiden Mannschaften zum Warmup auf das Eis kamen, holte ich mir gerade ein Schlösser Alt. Ich muss sagen, das erste Alt schmeckte mir (noch) nicht so sehr. In der ersten Drittelpause stieg ich deshalb auf Jever um, allerdings zählt Jever auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbieren. Später stieg ich dann wieder auf Schlösser Alt um. Dazu später mehr…
Sehr amüsant fand ich, dass man in Düsseldorf nach Ablauf der Warmup-Zeit einfach das Licht ausmacht, damit die Spieler endlich das Eis verlassen. Natürlich waren nur noch zwei Frankfurter auf dem Eis: Thomas Ower und Simon Danner. Während sich Ower schließlich vom Eis begab, blieb Danner – wie gewohnt – noch ein bisschen und drosch ein paar Scheiben ins Netz. Das schien den DEG-Fans links und rechts von mir nicht sonderlich zu gefallen. Von links wurde er beschimpft, von rechts wurde er ausgepfiffen. Nach ein paar weiteren Scheiben verließ aber auch er das Eis.

Da nur etwas mehr als 3.800 Zuschauer im ISS DOME waren, war es auch nicht sonderlich laut. So konnte man teilweise hören, was auf dem Eis gesagt wurde. In der sechsten Minute musste Düsseldorfs Shane Joseph auf die Strafbank und die Lions taten sich in Überzahl sehr schwer. Als die DEG ein weiteres Mal klären und die Scheibe tief in unser Drittel spielen konnte, wollte ein Frankfurter gerade einen neuen Anlauf starten als Langfeld von vorne zurückkam und “Hang on!” schrie.

Hinter mir standen zwei Düsseldorfer – vielleicht auch Kölner? – Mädels, die mir tierisch auf die Nerven gingen. Das gesamte erste Drittel über musste ich mir deren dämliche Kommentare zum Spielgeschehen anhören. Wenn ein Düsseldorfer beispielsweise (fair) gecheckt wurde, fing die eine kreischend an zu schreien: “Eyy, du Wichsar!”. Es folgten weitere niveauvolle Beleidigungen wie “Ey, fick deine Mutter!” etc.. Ich war kurz davor meinen iPod auszupacken. Aber auch gegen so manche DEG-Spieler hatte sie was zu sagen, z.B. gegen den Herrn Kreutzer. Zwischendurch hörte man dann mal “KEC”, als die Düsseldorfer Fans “DEG” sangen. Die waren schon seltsam. Auch im Mitteldrittel ging es so weiter. Nach ziemlich genau der Hälfte des Spiels wurde ich plötzlich von hinten angetippt. Ich dachte schon, was wollen die jetzt von mir. Als ich mich umdrehte, stand plötzlich der Markus (steht in Frankfurt immer hinter uns) hinter mir und meinte, ich wäre im falschen Block. Er stand mit seinem Düsseldorfer Freund hinter dem DEG-Tor, also auf der anderen Seite des Stadions. Ich bin ihm dann gefolgt und habe mich zu den Düsseldorfern gestellt. Komischerweise fühlte ich mich dort nicht fremd (da ich ja ein kleiner DEG-Sympathisant bin). Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kleinen Stop am Getränkestand eingelegt, wo ich ein Schlösser Alt in die Hand gedrückt bekam. Von da an wurde natürlich nur noch Schlösser getrunken. Je mehr man davon trank, umso besser schmeckte es.

Im Düsseldorfer Block unterhielten wir uns dann über das Eishockey in Düsseldorf und über Eishockey im Allgemeinen. Zu dem Spiel, das wir sahen, gab es aber nicht viel zu sagen. Das Spiel war langweilig. Die Lions verwalteten eine knappe Führung (Michel Periard erzielte in der 17. Minute das 1:0 für Frankfurt), während sich die Düsseldorfer etwas blöd anstellten. Dennoch gelang ihnen im Schlussdrittel der Ausgleich zum 1:1. Brandon Reid war der Torschütze. Nach 60 gespielten Minuten stand es immer noch 1:1 und es ging in die Overtime, die torlos endete. Die Entscheidung musste also im Penaltyschießen fallen. Frankfurts Verteidiger John Slaney musste insgesamt zwei Mal gegen Jean-Sébastien Aubin im Tor der DEG antreten. Und er traf auch zwei Mal. Vor allem sein zweiter Penalty war einfach nur geil! Traumhaft! Jeff Ulmer beendete schließlich mit dem zwölften Penalty des Abends die Partie zugunsten der Lions. Frankfurt siegte in Düsseldorf 2:1 nach Penaltyschießen.

Von Fabian

13. November 2009 um 16:33