Lions @ Haie

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Es war ein Spiel, das wir so schnell nicht vergessen werden. Stefan war extra aus Frankfurt angereist, um sich am Sonntag (22. November 2009) die Partie der Kölner Haie gegen unsere Frankfurt Lions anzuschauen. Am Dienstag bin ich auf die andere Rheinseite zum Haie-Zentrum gefahren, um mir die Karten für das Spiel zu kaufen. Dort wurde mir dann aber gesagt, dass der Oberrang der LANXESS arena, wo sich auch der Gästeblock befindet, geschlossen bleibt. Da keine Tickets nach Frankfurt gegangen sind, konnte man mir zu dem Zeitpunkt nicht sagen, wo die Frankfurter Fans untergebracht werden würden. Wir entschieden uns also die Karten erst am Abend an der Arena zu kaufen. Am Ticketschalter entdeckten wir eine kleine Gruppe (bekannter) Frankfurter, die gerade für ihre Tickets anstanden. Es waren die mit dem Bus angereisten “üblichen Verdächtigen”. Damit auch wir im Frankfurter Block sein würden, beauftragten wir Martin (vom Fanclub Kriftel) auch für uns zwei Karten zu kaufen. Es war etwas verwirrend, denn eigentlich sollte der Oberrang ja geschlossen bleiben. Dort sagte aber jemand, dass er geöffnet sei. Letztendich war er auch offen, aber wir wurden im Block bzw. in der Box 311 untergebracht. Die Plätze waren nicht schlecht.

A Sweet Win

Gleich zu Beginn der Partie musste Eric Schneider auf die Strafbank und die Haie nutzten diese Überzahl zum Führungstreffer. Daniel Rudslätt zog ab und traf. Zu dem Zeitpunkt waren gerade mal 1:55 Minuten gespielt. Aber die Lions ließen sich davon nicht entmutigen und glichen nur 68 Sekunden später aus. Thomas Oppenheimer schob die Scheibe an Lars Weibel vorbei ins Tor der Haie. Nur 42 Sekunden später legten die Gäste aus Frankfurt nach. Jeff Ulmer ließ uns zum zweiten Mal an diesem Abend jubeln. Drei Tore in nicht mal vier Minuten. So ein torreicher Start in die Partie ist auswärts natürlich doppelt schön. Nachdem Marcel Müller in der zehnten Spielminute für die Haie ausglich, durften sich die Lions zum ersten Mal an diesem Abend in Überzahl versuchen. Nicholas Angell hatte sich an der blauen Linie positioniert, bekam aber einen schlechten Pass. Er hatte Probleme, die Scheibe zu kontrollieren und im Angriffsdrittel zu halten, als ein Kölner heranstürmte. Um nicht den Puck zu verlieren, schlenzte er die Scheibe in Richtung Lars Weibel und sie fand den Weg an ihm vorbei ins Tor. Die erneute Führung für die Löwen!

Nach dem ersten Drittel lagen die Frankfurt Lions schließlich mit 3:2 Toren vorne. Auswärts mit einer Führung in die Pause zu gehen ist immer ein gutes Gefühl. Man kann erst mal durchatmen und sich etwas beruhigen. Das Mitteldrittel ging aber mit 2:1 Toren an die Kölner. Zunächst glich Martin Bartek die Partie aus, ehe Eric Schneider zum 4:3 für die Lions traf. Wenige Minuten vor Schluss des zweiten Durchgangs sorgte Daniel Rudslätt für den 4:4-Ausgleich. Nach zwei Dritteln stand es unentschieden und es war alles offen. Somit kehrte natürlich auch die Nervosität wieder zurück. Denn im Schlussdrittel kann womöglich ein Fehler das Spiel entscheiden. Aber nach nur 80 Sekunden im Schlussdrittel machte sich bei uns allen Freude und Erleichterung breit. Jeff Ulmer brachte die Lions abermals in Führung. Es stand 5:4! Und nur acht Sekunden (!) später erzielte Joey Tenute das 6:4. WOW! WOW! WOW! Freude pur! Aber die Löwen hatten noch immer nicht genug. Josh Langfeld verwertete seinen eigenen Abpraller zum 7:4. Und keine zwei Minuten später schoss Frankfurts Lasse Kopitz das nächste Tor: 8:4! Haie-Goalie Lars Weibel hatte nun endgültig die Schnauze voll und verließ seinen Kasten. Verständlich, gar keine Fage!

Nach dem zwölften Tor des Abends hatte nicht nur der Goalie, sondern auch der ein oder andere Haie-Fan genug. Die ersten Zuschauer verließen das Stadion. Da Stefan und ich unmittelbar am Ein-/Ausgang saßen bzw. standen, wurden uns ein paar Beleidigungen an den Kopf geschmissen. Vorne rechts – unsere Box befand sich hinter den sitzenden Haie-Fans im Unterrang – machte ein Herr auf sich aufmerksam. Er stand auf, drehte sich um, schrie etwas in unsere Richtung, zeigte uns seine beiden Mittelfinger, drehte sich wieder um und setzte sich hin. Dann sahen wir wieder seine beiden Mittelfinger. Ganz klar, er belustigte uns! Kurz vor Schluss zog er schließlich sein Haie-Trikot aus. Wir fingen an zu applaudieren und zu singen “Du machst dich lächerlich!”. Es gab aber auch faire Verlierer, die uns zum Sieg gratulierten. Das Spiel endete schließlich 4:8 und wir waren alle überglücklich; mit Ausnahme von ein paar tausend Leuten.

Vom Deutzer Bahnhof aus fuhren wir schließlich zum Kölner Hauptbahnhof. Dort mussten wir jedoch feststellen, dass der Zug nach Frankfurt ca. 50 Minuten Verspätung hatte. Der nächste Zug fuhr erst eine gute halbe Stunde später. Dieser ICE war überpünktlich, verließ Köln dann aber mit ca. zehn Minuten Verspätung. Anscheinend musste er noch auf einen verspäteten IC warten, der am selben Bahnsteig gegenüber einfahren sollte. Als der IC endlich kam, trauten wir unseren Augen nicht. Der IC wurde von der Lok 101 070-1 gezogen. Das ist die Lok von den Adlern Mannheim. Das tat unserer guten Laune aber keinen Abbruch.

Von Fabian

24. November 2009 um 20:49