WM-Tagebuch: Tag 12 (Part 1)

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15.137 Zuschauer haben sich gestern Nachmittag in der Kölnarena zum Spiel Slowakei gegen Deutschland eingefunden. Mit einem Sieg wäre die deutsche Nationalmannschaft auf jeden Fall für das Viertelfinale quaifiziert gewesen. In den ersten Minuten dieser Partie passierte nicht viel. Nach acht Minuten erzielte Alexander Barta dann aber das 1:0 für Deutschland. Zuvor hatte Daniel Kreutzer die Führung auf dem Schläger gehabt. Er schoss aber am Tor vorbei. Barta nahm die Scheibe auf und versenkte sie schließlich im Tor. Kreutzer bekam so immerhin einen Assist gutgeschrieben. Nach dem Führungstreffer wachten die Fans auf. Die Stimmung in der Kölnarena war von da an besser. Deutschland war in diesem ersten Drittel die aktivere und aggressivere Mannschaft, checkte die slowakischen Spieler immer wieder hart in die Bande.

Im Mitteldrittel erhöhte Daniel Kreutzer auf 2:0. In der 25. Minute tauchte er ganz allein vor dem Tor von Peter Budaj auf, bekam den Pass von hinter dem Tor und zog direkt ab. Da hatten die slowakischen Verteidiger nicht aufgepasst. Den Pass gab Alexander Barta. Die Slowaken kamen nicht wirklich ins Spiel, denn die deutschen Spieler ließen ihnen keinen Raum, um sich zu entfalten. In der 36. Minute bekam Felix Schütz 2+2 Strafminuten wegen hohen Stocks aufgebrummt.

Das deutsche “Penalty Killing” war super. Unsere Jungs blockten Schüsse, machten die Passwege zu und setzten die Slowaken sofort unter Druck. Mit dieser aggressiven Spielweise hätten sie die Situation beinahe überstanden, aber 21 Sekunden vor Ablauf der vier Minuten traf Marek Svatos rechts oben in den Winkel. Ich bin mir nicht sicher, ob man unserem Goalie Dennis Endras da einen Vorwurf machen kann. Einerseits war der Schuss sehr schnell und präzise geschossen, aber andererseits hatte Endras auch freie Sicht. Nach 40 Minuten führte Deutschland 2:1.

Es wurde viel gerechnet an diesem Abend. Wer würde unser nächster Gegner im Viertelfinale sein? Bereits in der 30. Minute ging die Rechnerei auf der Pressetribüne los.

In den ersten Minuten des Schlussdrittels gaben die Slowaken den Ton an. Die deutsche Nationalmannschaft ließ sich hinten reindrängen, überstand diese Phase aber ohne Gegentor. In der Folgezeit spielten sie wieder nach vorne und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Das Überzahlspiel war jedoch zu harmlos, zu einfallslos.

In den letzten Minuten des Spiels wollten sie die (Vor)Entscheidung. Das merkte man. Zwei Minuten vor Schluss erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und unterstützten das deutsche Team. Die letzten 53 Sekunden spielten die Slowaken mit einem Mann mehr auf dem Eis. Peter Budaj hatte sein Tor für den sechsten Feldspieler verlassen. Deutschland rettete die Führung über die Zeit und gewann verdient mit 2:1 Toren.

Daniel Kreutzer, der das “Game Winning Goal” erzielte, sagte nach dem Spiel: “Wir haben heute hervorragend gespielt – die ganze Mannschaft. Dass unsere Reihe dann die Tore geschossen hat, war natürlich sehr schön. Wir haben heute über 60 Minuten gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft waren. Wir haben den Slowaken unser Spiel aufgedrückt, haben sie nie ins Spiel kommen lassen und deswegen auch verdient gewonnen.” Wunschgegner für das Viertelfinale? “Eigentlich nicht, aber klar wäre es schön gegen die Schweiz zu spielen, weil da ist die Rivalität und noch ein bisschen mehr Emotionen im Spiel. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir gegen die Schweiz gewinnen können.” (Zu dem Zeitpunkt stand die Schweiz als Viertelfinalgegner noch nicht fest.)

Kai Hospelt sagte: “Wir waren von Anfang an voll da. Wir hätten es vielleicht noch ein bisschen weniger nervenmäßig gestalten können, wenn wir noch ein Tor mehr geschossen hätten. Am Schluss, wo die Druck gemacht hatten, waren eigentlich die großen Chancen nicht da. Wir haben super verteidigt. Normalerweise sind die der absolute Favorit, aber man hat gesehen, dass wenn man vollen Einsatz zeigt, man auch mal gewinnen kann. Jetzt müssen wir schauen, dass wir wieder so Gas geben und hoffen, dass die Leute in Mannheim uns auch so tragen wie hier in Köln, aber da mache ich mir eigentlich keine Sorgen.”

Uwe Krupp sprach von einem engen Spiel. Sie wussten, dass es ein Kampf werden würde, aber man war bereit dafür. Sie hätten sich an ihren Plan gehalten und sehr diszipliniert gespielt. Er sei sehr stolz auf diese Mannschaft.

Mit Abschluss der Zwischenrunde hat man die Gesamtzuschauerzahl von 407.547 der letzten Heim-Weltmeisterschaft im Jahr 2001 übertroffen. Bis jetzt waren 444.073 Besucher bei den WM-Spielen in Köln und Mannheim.

Von Fabian

19. Mai 2010 um 9:12