WM-Tagebuch: Tag 14

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Die erste Halbfinalbegegnung bei der 2010 IIHF Weltmeisterschaft lautete Schweden gegen Tschechien. Die 13.437 Zuschauer in die Kölnarena sahen ein unspektakuläres Spiel, in dem nicht wirklich viel passierte. Bei dem schwedischen Führungstreffer sah Tomas Vokoun im Tor der Tschechen etwas unglücklich aus. Zunächst konnte er noch einen Schuss stoppen, wusste daraufhin aber nicht, wo die Scheibe war. Johan Harju nutzte das aus und versenkte den Puck im Tor. Die Führung der Schweden war verdient. In der 18. Minute glich Tomas Mojzis die Partie überraschenderweise aus. Er zog von links außen ab und traf – ein schöner Schuss. Die Schweden waren eigentlich besser und hätten kurz zuvor fast das 2:0 erzielt.

In der 32. Minute brachte Andreas Enqvist die Schweden wieder in Front. Schweden ging mit dieser knappen 2:1-Führung in die zweite Pause. Im Schlussdrittel spielten die Tschechen nun besser. Vor allem in den letzten zehn Minuten waren sie ganz gefährlich, doch die schwedische Verteidigung machte einen guten Job. 106 Sekunden vor Schluss nahm Tschechiens Coach Vladimir Ruzicka eine Auszeit. Tschechien setzte alles auf eine Karte und nahm den Torhüter vom Eis. Es waren noch etwa 15 Sekunden zu spielen, als auch auch Bengt-Ake Gustafsson ein Timeout nahm. Das anschließende Bully fand im Drittel der Schweden statt. 7.5 Sekunden vor der Schlusssirene traf Karel Rachunek zum 2:2. Die Entscheidung fiel im Penaltyschießen. Jan Marek schoss die Tschechen ins Finale.

Beim “Air Hockey” stand das fünfte Spiel unserer Best-of-seven-Serie auf dem Programm. Nach vier Spielen führte ich 3:1. Stefan machte es noch mal spannend und verkürzte auf 3:2. Ich gewann jedoch Spiel 6 mit 9:4 Toren und damit auch die Serie (4:2). Weil es so viel Spaß gemacht hat, haben wir eine neue Serie gestartet. Ich führe 2:1.

In der anderen Halbfinalbegegnung spielte Russland gegen Deutschland. Der erste Schuss des Spiels war der von Evgeni Malkin. Er traf zunächst nur den Pfosten. In der 12. Minute musste Korbinian Holzer verletzungsbedingt in die Kabine. Er wurde von Nikolai Kulemin in die Bande gecheckt und konnte danach nicht mehr von alleine aufstehen. Kulemin erhielt eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Bandenchecks. Bei vier gegen fünf zog der Russe Alexei Emelin die nächste Strafe, sodass Deutschland fast volle zwei Minuten 5:3-Überzahl spielen konnte. In der 16. Minute passierte dann das Unglaubliche: Marcel Goc brachte sein Team in Führung – 1:0 für Deutschland!!! Wer hätte das gedacht? Unsere Jungs spielten offensiv, schossen von allen Positionen auf das russische Tor und führten auch noch. Eine ganz starke Leistung! Deutschland ging mit dieser Führung in die erste Drittelpause.

Zu Beginn des Mitteldrittels musste John Tripp in die Kühlbox. Es war die zweite Strafe gegen Deutschland und beide waren unnötig. In dieser Unterzahl hatte Felix Schütz eine Break-Chance. Er stürmte ganz allein auf Vasili Koshechkin zu, an dem Schütz letztendlich scheiterte. Nach 26 Minuten konterte Deutschland schon wieder, dieses Mal mit zwei gegen ein. Es war unglaublich, was wir da sahen.

In der 32. Minute gelang Evgeni Malkin der Ausgleich. Sein Torjubel zeigte ganz klar, wie groß die Erleichterung gewesen sein muss. Rob Zepp wäre fast noch dran gewesen. Vier Minuten vor der zweiten Pause schoß Dmitri Kulikov den Puck an die Latte. Mit etwas Glück überstanden die Deutschen die teils gefährlichen Angriffe der Russen. Auch in diesem Drittel spielten die deutschen Jungs sehr gut mit und kamen wieder zu guten Möglichkeiten.

Mit dem Spielstand von 1:1 starteten beide Teams in das letzet Drittel, das nervlich kaum auszuhalten war. Die Russen kamen immer wieder gefährlich vor das Tor von Rob Zepp, aber die Deutschen versteckten sich nicht und spielten weiterhin offensiv. In der 55. Minute musste Sven Felski auf die Strafbank. Die Russen konnten diese Überzahl jedoch nicht nutzen. Mit 18.734 Zuschauern war die Kölnarena wieder ausverkauft.

Eine Minute und fünfzig Sekunden vor Schluss dann der Schock: Pavel Datsyuk erzielte das 2:1 für Russland. Es war die Entscheidung. Die deutschen Spieler gaben alles und kämpften bis zum Ende, aber der Einsatz wurde leider nicht belohnt. Sie hätten es mehr als verdient gehabt. Schade, Jungs!

John Tripp sagte nach dem Spiel: “It was a fabulous game, a fabulous atmosphere. It’s a very disappointing feeling, but I think when we step back from it later on tonight or tomorrow morning, we have a lot to be proud of.”

Von Fabian

23. Mai 2010 um 10:45