Fanturnier in Köln

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Am letzten Sonntag (10. August 2008) fand in Köln zum vierten Mal das Eishockey-Fanturnier der Kölner Haie statt. Mein Bruder und ich haben die Chance natürlich genutzt und uns rechtzeitig für das Turnier angemeldet. Die Teilnehmer wurden auf insgesamt sechs Mannschaften aufgeteilt, die Mannschaften wurden wiederum auf zwei Gruppen verteilt. Ein Spiel dauerte genau 20 Minuten (die Zeit lief bei Unterbrechungen weiter) und gespielt wurde auf dem gesamten Spielfeld.

Treffpunkt war um 11:30 Uhr im Haie-Zentrum. Die Zusammenstellung der Teams wurde ausgelost. Als wir am Spielort eintrafen, hingen die Team-Listen bereits aus. Stefan wurde Team Rot zugelost, ich lief für Team Schwarz auf. Zuerst haben wir uns die Ausrüstung besorgt und sie in unserer Kabine verstaut. Die Ausrüstung haben wir freundlicherweise vom KEC gestellt bekommen, kostenlos! Danach ging es zur Anmeldung, wo wir die Startgebühr von drei Euro gezahlt und anschließend die Trikots und Stutzen bekommen haben.

Auf der Lauer

Nachdem wir das gesamte Equipment bekommen hatten, ging es zurück in die Kabine, wo die erste kleine Herausforderung auf uns wartete: das Einkleiden. Zuerst der Tiefschutz, der Beinschutz und die Stutzen, dann der Schulterschutz, die Hose mit Hosenträgern, die Schlittschuhe und der Ellbogenschutz. Dann noch das Trikot, der Helm, die Handschuhe und zuletzt der Schläger.

Vor dem Beginn des Turniers durften sich die Mannschaften noch einen Teamnamen überlegen. Team Schwarz nannte sich “Tiefschwarz”, Team Rot taufte sich “Die Röteln”. “Tiefschwarz” spielete das gesamte Turnier mit vier Sturmreihen und drei Verteidiger-Pärchen, während “Die Röteln” nur mit drei Sturm- und drei Verteidigerreihen spielten. Als Rookies spielten wir natürlich in der vierten bzw. dritten Reihe, beide auf der Center-Position.

Wie es der Zufall wollte, trafen Stefan und ich in unserem ersten Spiel aufeinander. Die ersten Schritte auf dem Eis waren für uns beide doch noch etwas ungewohnt. Zum einen war da die Umstellung vom Inline- auf Eishockey, zum anderen war die Sicht durch das schwarze Gitter stark beeinträchtigt. “Die Röteln” gewannen das Spiel knapp mit 2:1 Toren. Es sollte aber nicht unsere letzte Begegnung auf dem Eis sein…

Der Goalie von Team Schwarz war eine 16-jährige Torhüterin aus Ingolstadt, die extra wegen dem Turnier angereist war. Als ich nach der Niederlage in die Kabine kam, hockte sie schon mit dem Kopf unter dem Trikot auf ihrem Platz. Wir haben versucht mit ihr zu reden und sie aufzumuntern, aber sie zeigte keine Reaktion. Wir hatten nur ein Spiel Pause und einen frustrierten Goalie, sodass wir befürchteten für das nächste Spiel ohne Torhüter darzustehen. Letztendlich hatte sie sich aber wieder beruhigt und stand in Spiel 2 wieder zwischen den Pfosten.

Im Vorwärtsgang II

Im zweiten Spiel wartete auf “Tiefschwarz” das Team Weiß. Ein Sieg war nach der Niederlage aus dem ersten Spiel Pflicht, um die Chance auf das Halbfinale zu wahren. Das Spiel gewannen wir deutich 6:0 (wenn ich mich richtig erinnere). Auf jeden Fall parierte unser Goalie alle Schüsse und spielte zu Null. In diesem Spiel konnte ich das wichtige Bully in der eigenen Zone gewinnen, das letztendlich zu einem Treffer führte. Unser nächstes Spiel sollte das Halbfinale gegen Team Grau sein.

Alle Partien, die ich bis hierhin gespielt hatte, waren freundschaftlich und fair. Im Halbfinale wurde aber eine rauere Tonart angeschlagen. Als ich in diesem Spiel das erste Mal auf dem Eis stand habe ich gleich einen Schulter- oder Ellbogencheck (ich habe keine Ahnung, wie mich mein Gegenspieler erwischt hat) gegen meinen Hals einstecken müssen. Einer meiner Mitspieler hat einen gegnerischen Schläger im Gesicht gehabt, ein anderer hatte Schmerzen an der Schulter (ich habe die Aktion, die vorausging, nicht gesehen) und war danach ziemlich aufgebracht und schmipfte jedes Mal mit dem Referee, wenn dieser bei uns an der Bande vorbeikam. Wenige Minuten später wurde dann eine Strafe wegen Meckerns gegen ihn ausgesprochen und er fand sich auf der Strafbank wieder.

Als ich in diesem Spiel das nächste Mal auf das Eis durfte, musste ich am Bullypunkt antreten. Das Bully gewann ich (für mich etwas überraschend), allerdings wurde ich direkt danach “umgehauen”. Ich fühlte mich sehr stark an dem Film “Schlappschuss 2″ erinnert. Kurze Zeit später versuchte ich in der gegnerischen Zone hinter dem Tor den Puck zu erobern, aber auch hier wurde ich einfach “umgehauen”. Aber auch der Gegner musste ein paar Checks einstecken, zwar nicht von mir, aber dafür hatten wir “Spezialisten”.

Das Spiel verloren wir unglücklich mit 1:2 Toren. Der Schiedsrichter war maßgeblich daran beteiligt, denn das entscheidende Tor zum 2:1 für Team Grau war mehr als fragwürdig. Unsere Torhüterin hatte den Puck irgendwie unter sich begraben, aber es wurde vier oder fünf Mal nachgeschlagen und plötzlich war die Scheibe im Tor. Nach dem verlorenen Spiel hatten wir einen weinenden Goalie in der Kabine sitzen, der keine Lust mehr hatte. Aber auch dieses Mal beruhigte sie sich wieder und stand im Spiel um Platz 3 wieder auf dem Eis.

Bullykönig

Im anderen Halbfinale hatte mein Bruder noch die Chance mit seiner Mannschaft den Einzug ins Finale perfekt zu machen. Aber mit einem im Turnierverlauf immer schwächer werdenden Torhüter verloren “Die Röteln” deutlich. Damit stand fest, dass mein Bruder und ich ein weiteres Mal gegeneinander spielen würden, im Spiel um Platz 3.
Dieses Mal gewann ich mit “Tiefschwarz” gegen meinen Bruder und “Die Röteln” (das Ergebnis habe ich schon wieder vergessen). In diesem Spiel ließ unser Goalie abermals keinen Gegentreffer zu (zweiter Shotout im vierten Spiel!).

In der Kabine wurde mir an diesem Tag wieder vor Augen geführt, dass Eishockeyspieler anders, einfach verrückter sind. Einer meiner Teamkollegen spielte zum Beispiel ohne Schulterschutz (Warum? Ich weiß es nicht!) und mit zwei unterschiedlichen Schlittschuhen. Ein Teamkollege meines Bruders kam bei uns in die Kabine und erzählte uns, dass er Schmerzen am Schlüsselbein hätte und ein Stück seines Zahnes abgebrochen sei. Seine einzige Sorge war die teure Rechnung, die er von seinem Zahnarzt bekommen würde. Ansonsten wurden noch einige lustige Geschichten erzählt.

Fazit: Es war ein unvergesslicher Tag, an den ich in Zukunft noch oft zurückdenken werde. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht! Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder an dem Turnier teilnehmen. Vielleicht ergibt sich für mich auch die Möglichkeit bei einer Hobby-Mannschaft anzuheuern. Ein Verein hat bereits Interesse angekündigt…

Von Fabian

12. August 2008 um 19:24